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Bryan Johnson: Der Mann, der immer weniger schluckt

Der bekannteste Longevity-Selbstversuch der Welt von Bryan Johnson produziert seit zwei Jahren vor allem Streichungen. Das ist die interessanteste Nachricht aus diesem Markt, und sie ist ausgerechnet für die Offizin die brauchbarste, um Kundinnen und Kunden evidenzbasiert zu beraten und vor den Risiken unkontrollierter Supplementierung zu schützen.

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Rosa Berg · August 19, 2026 · 10 min read
Bryan Johnson: Der Mann, der immer weniger schluckt

Eckpunkte

  • Der bekannteste Longevity-Selbstversuch (Bryan Johnson) streicht zunehmend Supplemente wie Rapamycin, anstatt neue hinzuzufügen.
  • Die Evidenz für viele gehypte Substanzen wie Taurin oder NAD-Vorstufen ist schwach, während etablierte Massnahmen (Vitamin D, Omega-3, Krafttraining) in Studien besser abschneiden.
  • Die wichtigste Rolle der Apotheke im Longevity-Markt ist die Beratung zu Interaktionen und Risiken, nicht der Verkauf möglichst vieler Produkte.
  • Die unkontrollierte Einnahme von im Ausland bestellten Präparaten birgt Risiken, z.B. bei rot fermentiertem Reis (Lovastatin) oder hochdosierten Antioxidantien.

Bryan Johnson ist Ende vierzig, hat sein Zahlungsunternehmen 2013 für achthundert Millionen Dollar verkauft und gibt seither einen erheblichen Teil davon dafür aus, nicht zu altern. Sein Selbstversuch, Project Blueprint, umfasst ein durchgetaktetes Ernährungs-, Schlaf- und Trainingsprotokoll, ein Team von über dreissig Medizinerinnen und Medizinern, kontinuierliche Messungen und, das ist der Teil, der es in die Schlagzeilen schafft, Dutzende von Kapseln, Pulvern und Ölen pro Tag. Seit dem 1. Januar 2025 gibt es dazu eine Netflix-Dokumentation, seit 2023 eine eigene Supplementmarke und mittlerweile eine quasireligiöse Bewegung namens «Don’t Die».

Man kann sich darüber lustig machen. Interessanter ist, was in diesem Protokoll in den letzten zwei Jahren passiert ist. 2024 hat Johnson Rapamycin gestrichen, nach fünf Jahren Einnahme, weil die Daten den erhofften Nutzen nicht hergaben. In der 2026er Fassung nimmt er die NAD-Vorstufen noch an sechs statt an sieben Tagen pro Woche. Der teuerste und am dichtesten vermessene Longevity-Versuch der Welt liefert als Hauptergebnis nicht neue Substanzen, sondern eine Streichliste.

Und dann kam der 30. Juni 2026. An diesem Tag machte Johnson öffentlich, dass bei ihm im Mai eine autoimmune Gastritis diagnostiziert worden war, mit 48 Jahren, nach eigener Formulierung: sein Magen verdaue sich selbst. Die Erkrankung ist chronisch, nicht heilbar und erhöht langfristig das Risiko für Magenkarzinome. Sie war vermutlich zwei Jahrzehnte stumm vorhanden, in möglichem Zusammenhang mit einer Hyperthyreose, die in seinen Zwanzigern festgestellt worden war.

Der naheliegende Spott lautet: Der bestüberwachte Mensch der Welt trägt zwanzig Jahre eine Autoimmunerkrankung mit sich herum, und niemand merkt es. Die Pointe ist aber eine andere und für die Offizin die wertvollere. Aufgefallen ist die Krankheit nicht über eine epigenetische Uhr, nicht über ein Ganzkörper-MRI und nicht über eines der exotischen Biomarkerpanels, sondern über einen Laborwert, den jede Hausarztpraxis kennt: ein dauerhaft tiefes Ferritin bei fehlender Anämie. Es folgte eine Koloskopie, die Johnson selbst als überfällig bezeichnete und die unauffällig blieb, danach Endoskopie und Biopsien.

Zwanzig Jahre Latenz trotz Dauervermessung, entdeckt durch Eisenstatus und Standardendoskopie. Das ist der Satz, den man am Schaltertisch brauchen kann.

Wie eine Studie einen Markt bewegt

Wie schnell das in die andere Richtung läuft, hat der Fall Taurin gezeigt. 2023 erschien in Science eine vielbeachtete Arbeit, wonach die Taurinspiegel bei Menschen, Mäusen und Affen mit dem Alter sinken und Mäuse unter Taurinzufuhr länger lebten. Ein US-amerikanischer Anbieter meldete einem Fachmedium daraufhin einen Absatzsprung von rund dreihundert Prozent innerhalb eines Monats.

Im Juni 2025 publizierte dieselbe Zeitschrift eine Arbeit des National Institute on Aging, die die Grundannahme prüfte. Ausgewertet wurden Längsschnittdaten aus drei Kohorten sowie Proben von Rhesusaffen und Mäusen. Ergebnis: Der zirkulierende Taurinspiegel sinkt bei gesunden Personen nicht verlässlich mit dem Alter, er bleibt konstant oder steigt sogar. Die Unterschiede zwischen zwei Personen desselben Alters sind grösser als die altersbedingte Veränderung im Verlauf eines Lebens. Zusammenhänge mit Muskelkraft oder Körpergewicht waren inkonsistent. Fazit der Autoren: Taurin taugt kaum als Alterungsbiomarker, und für einen Nutzen der Supplementierung beim Menschen fehlen belastbare klinische Daten. Eine unabhängige Arbeit in Aging Cell kam wenige Wochen später zum selben Schluss.

Der Punkt ist nicht, dass Taurin schädlich wäre. Der Punkt ist das Tempo. Eine Publikation räumt in vier Wochen ein Regal leer, die Korrektur zwei Jahre später erreicht die Kundschaft nie. Wer in der Offizin arbeitet, verkauft in diesem Markt nicht Substanzen, sondern die Halbwertszeit von Schlagzeilen.

Was tatsächlich randomisiert geprüft wurde

Die beste verfügbare Evidenz zu Supplementen und Altern kommt aus Zürich. Die DO-HEALTH-Studie hat 2157 Erwachsene ab siebzig Jahren in fünf europäischen Ländern über drei Jahre randomisiert: täglich 2000 internationale Einheiten Vitamin D, ein Gramm Omega-3-Fettsäuren aus Algen, dreimal wöchentlich dreissig Minuten Krafttraining zu Hause, in acht verschiedenen Kombinationen.

Im Februar 2025 erschien in Nature Aging die Analyse, für die 777 Schweizer Teilnehmende epigenetisch untersucht wurden. Omega-3 verlangsamte das biologische Altern über mehrere DNA-Methylierungsuhren hinweg um bis zu vier Monate. Vitamin D und Krafttraining verstärkten den Effekt additiv. Früher publizierte Auswertungen derselben Studie hatten für diese drei Massnahmen ein tieferes Infektions- und Sturzrisiko sowie weniger Krebserkrankungen und vorzeitige Gebrechlichkeit gezeigt.

Das ist eine gute Nachricht mit drei Fussnoten, die in die Beratung gehören. Vier Monate über drei Jahre sind ein kleiner Effekt. Epigenetische Uhren sind ein Surrogat, kein Endpunkt; niemand hat gemessen, ob diese Teilnehmenden länger leben. Und die Stichprobe bestand ausschliesslich aus Schweizer Personen ab siebzig, was die Autoren selbst als Einschränkung benennen.

Trotzdem ist es bemerkenswert, was da wirkt: Fischöl, Vitamin D und Krafttraining im Wohnzimmer. Die belastbarste Longevity-Intervention der letzten Jahre besteht aus drei Dingen, die in jeder Apotheke seit Jahrzehnten stehen und die zusammen weniger kosten als eine Monatsration der meisten Longevity-Stacks.

Der Schweizer Sonderfall im Regal

Eine zweite Substanz verdient Aufmerksamkeit, weil sie aus Lausanne kommt. Urolithin A ist ein Stoffwechselprodukt, das Darmbakterien nach dem Verzehr von Granatapfel und ähnlichen Früchten bilden, allerdings nicht bei allen Menschen zuverlässig. Ein EPFL-Spin-off hat daraus eine hochreine Form entwickelt und in randomisierten kontrollierten Studien geprüft.

In einer viermonatigen placebokontrollierten Studie an Erwachsenen zwischen vierzig und fünfundsechzig Jahren verbesserte sich unter 500 Milligramm täglich die Beinmuskelkraft um rund zwölf Prozent, publiziert 2022 in Cell Reports Medicine. Eine weitere Studie an älteren Erwachsenen erschien im selben Jahr in JAMA Network Open, eine Arbeit zur Immunalterung 2025 in Nature Aging.

Das ist deutlich mehr Evidenz, als der Rest des Longevity-Regals vorweisen kann. Es bleibt trotzdem herstellerfinanzierte Forschung mit Surrogatendpunkten, ohne Daten zu Lebensdauer oder harten klinischen Ereignissen. Die faire Formulierung lautet: gut untersucht für Muskelfunktion bei mittelalten und älteren Personen, unbekannt für alles andere.

Die NAD-Frage

Kein Thema prägt die Longevity-Debatte so sehr wie NAD+ und seine Vorstufen, und keines zeigt besser, wie weit Marktdynamik und Datenlage auseinanderliegen können. Nicotinamid-Mononukleotid steht auch in Johnsons Protokoll, dort inzwischen nur noch an sechs Tagen pro Woche.

Die Studienlage lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen. Dass die Einnahme die NAD-Spiegel im Blut erhöht und dabei gut verträglich ist, gilt als gezeigt. Dass daraus ein messbarer funktioneller Nutzen für gesunde Menschen folgt, ist es nicht; Auswertungen randomisierter Studien fanden keine konsistenten Zusammenhänge zwischen den erreichten NAD-Werten und klinisch relevanten Parametern.

Regulatorisch ist die Substanz ein Lehrstück. Ende 2022 entschied die US-Behörde FDA, NMN falle wegen paralleler Arzneimittelforschung nicht mehr unter die Definition eines Nahrungsergänzungsmittels, und nahm damit ein wachsendes Segment vom Markt. Im Spätsommer 2025 kehrte sie diese Position wieder um. In Europa gilt NMN als neuartiges Lebensmittel und ist als Nahrungsergänzungsmittel nicht zugelassen; in der Schweiz brauchen neuartige Lebensmittel eine Bewilligung des BLV.

Für die Offizin heisst das: Ein Kunde, der NMN einnimmt, hat es mit hoher Wahrscheinlichkeit privat im Ausland bestellt. Das ist zulässig, verlagert aber die gesamte Verantwortung für Qualität und Dosierung auf ihn selbst. Genau an dieser Stelle beginnt die Beratung, nicht mit der Frage, ob das Molekül etwas taugt.

Was rechtlich gilt und was das für die Beratung heisst

Nahrungsergänzungsmittel sind in der Schweiz Lebensmittel, nicht Heilmittel. Massgebend sind das Lebensmittelgesetz und die Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel, die für Vitamine, Mineralstoffe und bestimmte weitere Stoffe Höchstmengen pro Tagesdosis festlegt. Eine behördliche Zulassung braucht es nicht; verantwortlich ist die herstellende oder importierende Stelle im Rahmen der Selbstkontrolle, kontrolliert wird stichprobenweise durch die Kantonschemiker. Ausnahmen mit Bewilligungspflicht bestehen nur für neuartige Lebensmittel, gentechnisch veränderte Organismen und nicht gelistete gesundheitsbezogene Angaben.

Für die Kommunikation ist das der entscheidende Punkt. Zulässig sind nur jene gesundheitsbezogenen Angaben, die in Anhang 14 der Lebensmittelinformationsverordnung stehen oder vom BLV bewilligt wurden. Sobald ein Produkt eine Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten verspricht oder eine pharmakologische Wirkung beansprucht, fällt es unter das Heilmittelrecht und damit in die Zuständigkeit von Swissmedic. Das ist keine Formalie: Es bedeutet, dass die Apotheke genau das nicht sagen darf, was die Kundschaft hören will, während der Onlineshop es ungestraft schreibt, bis jemand einschreitet.

Zwei Substanzen sind in diesem Zusammenhang praktisch relevant, weil sie in der Schweiz nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig sind, im nahen Ausland aber frei erhältlich: Melatonin und rot fermentierter Reis. Beide werden regelmässig privat importiert. Beim roten Reis ist das mehr als ein regulatorisches Detail, weil der enthaltene Monacolin K chemisch mit Lovastatin identisch ist. Wer ihn zusätzlich zu einem Statin einnimmt, betreibt eine unkontrollierte Dosisverdopplung, und niemand im System sieht es, weil das Produkt in keinem Dossier auftaucht.

Die Interaktion ist das Produkt

Hier liegt der eigentliche Wert der Offizin in diesem Markt, und er ist grösser geworden, nicht kleiner. Der typische Longevity-Kunde kommt nicht mit einer Frage, sondern mit einer Liste von zwölf bis vierzig Präparaten, die er sich über zwei Jahre und drei Podcasts zusammengestellt hat. Diese Liste ist in keiner Krankengeschichte erfasst.

Die relevanten Muster sind bekannt. Hochdosierte Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und Ginkgo bei gleichzeitiger Antikoagulation. Grüntee-Extrakt in hohen Dosen und Kurkuma-Zubereitungen mit Resorptionsverstärkern, für die wiederholt Leberschädigungen beschrieben wurden. Vitamin- und Mineralstoffdosen jenseits der zulässigen Höchstmengen, die über Auslandbestellungen mühelos erreichbar sind. Und die Grundannahme, dass mehr besser sei, die spätestens seit den Beta-Carotin-Studien der neunziger Jahre widerlegt ist: Dort erhöhte die Supplementierung bei Rauchern die Lungenkrebsrate, statt sie zu senken. Ein Nahrungsergänzungsmittel kann schaden. Das ist die wichtigste einzelne Information, die eine Apotheke in diesem Segment vermitteln kann.

Der Fall aus dem Einstieg liefert dazu die konkreteste Handlungsanweisung des ganzen Themas. Ein Kunde, der wiederholt Eisenpräparate kauft, weil er müde ist, und dessen Eisenwerte trotzdem nicht steigen, hat kein Dosierungsproblem. Er hat ein Abklärungsproblem. Bei autoimmuner Gastritis fehlt die Magensäure, die für die Resorption von zweiwertigem Eisen nötig ist; orales Eisen wirkt dann schlecht bis gar nicht, weshalb parenterale Substitution und Vitamin-B12-Gaben zum Standardmanagement gehören. Ähnlich verhält es sich bei langjähriger Therapie mit Protonenpumpenhemmern.

Die Konstellation Ferritin tief, Hämoglobin normal, Müdigkeit unspezifisch ist damit kein Fall für die Selbstmedikation, sondern für eine Rückverweisung. Sie im Verkaufsgespräch zu erkennen, kostet zwei Fragen und ist mehr wert als jede Longevity-Kapsel im Regal.

Dazu kommt ein neues Nachbargebiet. Direkt an Konsumenten verkaufte Tests des biologischen Alters, meist auf Basis epigenetischer Uhren, sind inzwischen breit verfügbar. Für die Bewertung von Interventionen in grossen randomisierten Studien sind diese Uhren brauchbar, wie DO-HEALTH zeigt. Für die individuelle Beratung sind sie es nicht: Die Streuung zwischen Messungen ist erheblich, klinische Konsequenzen sind nicht definiert, und die Forschenden selbst bauen derzeit erst Konsortien auf, um solche Biomarker zu validieren. Wer eine Zahl verkauft, die er nicht interpretieren kann, verkauft ein Problem.

Das ehrliche Geschäftsmodell

Die naheliegende kaufmännische Reaktion auf den Longevity-Boom ist ein eigenes Regal mit zwanzig Positionen und hohen Margen. Die tragfähigere ist eine andere.

Erstens der kurze, verteidigbare Kern. Proteinzufuhr und Krafttraining, Vitamin D dort, wo eine Indikation besteht, Omega-3, Schlaf. Dazu gehört auch Kreatin, das seit Jahrzehnten untersucht ist, zu den am besten belegten Substanzen für Muskelkraft und Magermasse zählt, in der öffentlichen Wahrnehmung aber immer noch im Kraftsportregal steht statt im Altersvorsorgeregal. Das alles ist unspektakulär, es ist durch randomisierte Studien gedeckt, und es lässt sich ohne regulatorische Verrenkung kommunizieren. Wer diesen Kern glaubwürdig vertritt, gewinnt die Autorität, die es für den zweiten Teil braucht.

Zweitens die Interaktionsprüfung als eigenständige, bezahlte Leistung. Der Longevity-Kunde ist der ideale Kandidat für eine strukturierte Medikationsanalyse, weil er viel einnimmt, viel misst, viel bezahlt und niemanden hat, der das Ganze überblickt. Diese Leistung ist im Apothekentarif verankert, sie ist dokumentierbar und sie ist genau das, was ein Onlineshop nicht liefern kann.

Drittens die Anschlussfähigkeit an die Gewichtsmedikation. Mit der Verbreitung der GLP-1-Therapien wächst eine Kundengruppe heran, die schnell Gewicht verliert und dabei einen Teil der Magermasse mit abbaut. Proteinversorgung, Krafttraining und Mikronährstoffdichte sind dort keine Longevity-Folklore, sondern therapiebegleitende Notwendigkeit. Das ist das Segment, in dem sich Beratung und Verkauf in den nächsten Jahren tatsächlich überschneiden.

Was bleibt

Der Longevity-Markt lebt davon, dass Menschen etwas hinzufügen wollen. Die Evidenz der letzten zwei Jahre zeigt vor allem, was sich streichen lässt: Taurin als angeblicher Alterungsmarker, Rapamycin im bekanntesten Selbstversuch der Welt, die Vorstellung, dass eine höhere Dosis automatisch mehr nützt.

Es ist ein hübsches Paradox, dass ausgerechnet der Mann, der öffentlich am meisten schluckt, seine Liste kürzt. Und es ist eine noch bessere Lehre, dass ihm die eigentliche Diagnose nicht durch teure Technologie geliefert wurde, sondern durch einen Ferritinwert und eine Untersuchung, die er zu lange aufgeschoben hatte. Für die Apotheke ist beides eine Vorlage. Der Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Internet besteht nicht darin, dasselbe zu verkaufen, nur mit Beratung. Er besteht in der Bereitschaft, einem Kunden zu sagen, dass er sieben seiner zwölf Dosen nicht braucht, und ihm zu erklären, welche drei davon mit seinem Blutverdünner interagieren.

Das ist kein Umsatzverzicht. Das ist der einzige Grund, warum jemand mit dieser Liste überhaupt wieder in eine Apotheke geht statt in den nächsten Onlineshop.

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Rosa Berg

Autorin/Autor bei Dispensio.

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