Mein Dispensio
Start / Leben

«Haben Sie etwas gegen alles?» – Kuriose Kundenfragen aus dem Handverkaufdfdfddf

«Haben Sie etwas gegen alles?» – Kuriose Kundenfragen aus dem Handverkaufdfdfddf

Es gibt Tage, an denen man das Pharmaziestudium aufschlägt und vergeblich nach Antworten sucht. Nicht weil die Fragen zu schwer wären. Sondern weil sie schlicht aus einer anderen Realität stammen.

Wir haben Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Schweiz gebeten, ihre unvergesslichsten HV-Momente zu teilen. Das Ergebnis ist diese kleine Sammlung – respektvoll, anonymisiert und mit dem nötigen Augenzwinkern.


«Das Antibiotikum hat nicht geholfen – ich habe es ins Joghurt gemischt»

Apothekerin, Zürich

Der Patient war frustriert. Das Antibiotikum, das ihm der Arzt verschrieben hatte, wirke einfach nicht. Auf Nachfrage stellte sich heraus: Er hatte die Kapsel geöffnet und den Inhalt in ein Probiotik-Joghurt gerührt. «Ist doch dasselbe, nur besser verträglich.»

Es war nicht dasselbe.


«Ich brauche etwas für meinen Mann. Er hustet. Aber nur samstags.»

Apotheker, Basel

Nach zehnminütiger Anamnese: Der Mann arbeite unter der Woche auswärts, komme samstags zurück und huste dann. Die Frau vermutete: «Vielleicht ist er allergisch auf uns.»

Diagnose: Vermutlich Hausstauballergie in der eigenen Wohnung. Empfehlung: Allergikermatratze und Konsultation beim Arzt. Gekauft wurde: Hustenbonbons und eine Packung Antihistaminika.


«Können Sie mir etwas geben, das ich NICHT nehmen muss?»

Apothekerin, Bern

Die Frage kam von einer 82-jährigen Dame, die bereits zwölf verschiedene Präparate einnahm und sich zurecht überfordert fühlte. Was sie eigentlich meinte: Sie wollte wissen, ob eines davon überflüssig war.

Das war eine der wichtigsten Fragen des Jahres. Sie bekam eine Medikationsüberprüfung, einen Brief an den Arzt – und konnte am Ende tatsächlich zwei Medikamente absetzen.


«Ist Paracetamol auch gegen Dummheit?»

Apothekerin, Luzern

Die Frage wurde von einer Mutter gestellt, deren Teenager gerade den Führerscheinkurs begonnen hatte. Sie war nicht vollständig unernst gemeint.

Antwort: «Leider nein. Aber Geduld hilft erfahrungsgemäss.»


«Ich vertrage kein Aspirin, kein Ibuprofen, kein Paracetamol und kein Naproxen. Was gibt es noch?»

Apothekerin, St. Gallen

Nach Abklärung der tatsächlichen Unverträglichkeiten (drei davon waren Unverträglichkeiten aus Überzeugung, eine war real) und einem kurzen Gespräch über Wärmepflaster, Physiotherapie und Metamizol: Der Patient war am Ende zufrieden. Und die Apothekerin hatte wieder einmal mehr gelernt als irgendeiner der Patienten.


Schlussbemerkung

Hinter jeder scheinbar kuriosen Frage steckt ein Mensch, der Hilfe sucht – und oft nicht genau weiss wie. Das ist nicht komisch. Aber es ist manchmal sehr menschlich.

Und wenn man abends nach einem langen HV-Tag die Türe schliesst, dann gehören diese Momente zum Besten, was der Beruf zu bieten hat.


Haben Sie eine Geschichte, die in diese Rubrik gehört? Schreiben Sie uns – anonym natürlich.

D

Dr Dödel

Autorin/Autor bei Dispensio.

Alle Beiträge →