Phytotherapie bei Atemwegsinfekten: Evidenzbasierte Beratung
Akute Atemwegsinfekte sind meist viral bedingt. Phytotherapeutika bieten eine wirksame und sichere Option zur symptomatischen Behandlung. Dieser Artikel beleuchtet Studienlage, HMPC-Einstufungen und die Schweizer Versorgungsrealität für wichtige pflanzliche Wirkstoffe.

Eckpunkte
- Akute Atemwegsinfekte sind meist viral; Antibiotika sind oft nicht indiziert.
- Pelargonium sidoides (Kaloba/Umckaloabo) ist ab 3 Jahren zugelassen und zeigt Evidenz bei akuter Bronchitis.
- Echinacea purpurea (Echinaforce, EchinaMed) reduziert bei Kindern den Antibiotikaverbrauch signifikant.
- 1,8-Cineol (Soledum forte) ist wirksam bei akuter Bronchitis und Rhinosinusitis.
Im ambulanten Bereich der Schweiz ist der Antibiotikaverbrauch nach der Covid-Tiefphase wieder gestiegen, wobei über 30 Prozent der Verschreibungen auf Erkrankungen der oberen Atemwege entfallen, für die Antibiotika in der Mehrheit der Fälle nicht indiziert sind. Gleichzeitig sind zahlreiche Präparate, darunter Antibiotika, nicht lieferbar. Dies macht die Offizin als wohnortnahe Beratungsinstanz für die symptomatische Selbstmedikation und evidenzbasierte Indikationsprüfung wichtiger denn je. Phytotherapeutika spielen hier eine zentrale Rolle als wirksame und sichere Option für die symptomatische Behandlung akuter viraler Atemwegsinfekte.
Klinischer Hintergrund
Akute Infekte der oberen Atemwege (uRTI) wie Rhinosinusitis, Pharyngitis und Bronchitis sind häufige Konsultationsgründe in der hausärztlichen Praxis und Beratungsanlässe in der Offizin. Über 90% dieser Infekte sind viral bedingt, wodurch Antibiotika in den meisten Fällen nicht indiziert sind. Ausnahmen bilden gesicherte bakterielle Sinusitis mit Komplikationen, GAS-Pharyngitis bei eindeutigen Befunden oder bakterielle Superinfektionen bei Risikopopulationen.
Der ambulante Antibiotikaverbrauch in der Schweiz erreichte 2023 9.4 definierte Tagesdosen (DID) pro 1'000 Einwohner und Tag, ein Anstieg gegenüber 2021 (7.3 DID). Regional gibt es grosse Unterschiede: Deutschschweiz 7.8 DID, Westschweiz 13.1 DID, Tessin 12.4 DID. Die Schweizer Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) und der One Health-Aktionsplan 2024–2027 zielen darauf ab, den Verbrauch zu stabilisieren und regionale Unterschiede abzubauen.
Die Phytotherapie ist in diesem Kontext ein klinisch und politisch relevanter Baustein der Beratung. Mehrere pflanzliche Wirkstoffe für akute virale Atemwegsinfekte verfügen über etablierte oder traditionelle HMPC-Einstufungen sowie randomisiert-kontrollierte Studienevidenz. Die kontrollierte Anwendung von Phytotherapeutika ist ein evidenzgestütztes Standardvorgehen, das in europäischen Leitlinien zur Antibiotic Stewardship explizit berücksichtigt wird.
Pelargonium sidoides (EPs 7630, Kaloba / Umckaloabo)
Pelargonium sidoides (Kapland-Pelargonie, Wurzelextrakt EPs 7630) ist in der Schweiz als Tropfen, Lutschtabletten und Filmtabletten (Abgabekategorie D) erhältlich. Die HMPC-Monographie der EMA wurde am 29. Mai 2024 in Revision 2 verabschiedet und führt Pelargonium sidoides als Traditional Herbal Medicinal Product zur Linderung von Symptomen bei akuter Bronchitis und Erkältungskrankheiten. Die Revision erweitert die Zielpopulation auf Kinder ab 3 Jahren (zuvor ab 6 Jahren).
Der Cochrane-Review von Timmer et al. (2013) und Meta-Analysen zeigen eine Symptomreduktion bei akuter Bronchitis. Eine Meta-Analyse von Agbabiaka et al. (2008) belegt eine Verbesserung des Bronchitis Severity Score (BSS) um durchschnittlich 2.80 Punkte gegenüber Placebo nach sieben Tagen Therapie. Eine spätere Meta-Analyse (Matthys et al. 2016) zeigte eine signifikante Reduktion der Arbeitsunfähigkeitsdauer um durchschnittlich 1.73 Tage. Die Evidenzqualität wird von Cochrane für akute Bronchitis als “low” und für akute Rhinosinusitis und Erkältung als “very low” eingestuft, hauptsächlich aufgrund methodologischer Heterogenität und herstellergesponserter Studien.
Aktuelle mechanistische Erkenntnisse (Cinatl et al., 2024) beschreiben antivirale und immunmodulatorische Mechanismen, einschliesslich der Hemmung der SARS-CoV-2-Replikation in vitro und der Modulation des angeborenen Immunsystems.
Praktische Dosierung (HMPC): Erwachsene und Jugendliche ≥12 Jahre: 30 Tropfen 3× täglich; Kinder 6–12 Jahre: 20 Tropfen 3× täglich; Kinder 3–5 Jahre: 10 Tropfen 3× täglich. Behandlungsdauer typisch 7–10 Tage. In der Schweiz ist die Compendium-Dosierung bereits ab 2 Jahren (5 Tropfen 3× täglich) zugelassen.
Echinacea purpurea (Echinaforce, EchinaMed)
Echinacea purpurea (Roter Sonnenhut) ist die in der Schweiz am häufigsten verwendete Phytotherapie-Substanz bei Erkältungssymptomen. Hauptpräparat ist Echinaforce (A. Vogel). EchinaMed Tabletten und EchinaMed Halsschmerzspray sind auf der Spezialitätenliste und bei ärztlicher Verordnung OKP-kassenpflichtig.
Die EMA-Monographie führt Echinacea purpurea radix als Well-established Use zur Vorbeugung und Therapie von Erkältungskrankheiten, während Echinacea purpurea herba recens als Traditional Use eingestuft ist.
Der Cochrane-Review von Karsch-Völk et al. (2014) wertete 24 doppelblinde Studien aus. Aufgrund erheblicher Heterogenität der Präparate wurde auf eine gepoolte Hauptanalyse verzichtet. Die Autoren schlussfolgern, dass alkoholische Extrakte und Presssäfte aus oberirdischen Teilen von E. purpurea möglicherweise günstige Effekte auf Erkältungssymptome bei Erwachsenen haben, die Evidenz für klinisch relevante Behandlungseffekte aber schwach sei.
Eine im April 2025 publizierte Meta-Analyse (9 RCTs, n=3'169) zeigt für Echinacea purpurea bei pädiatrischen uRTI eine Reduktion der Behandlungsdauer, der Inzidenz und des Antibiotikaverbrauchs um über 80 Prozent (RR 0.18). Unerwünschte Ereignisse waren leichtgradig erhöht.
Kontraindikationen und Vorsicht: Echinacea ist bei Korbblütler-Allergie kontraindiziert. Bei progressiven Systemerkrankungen (Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen, Multipler Sklerose, AIDS, HIV-Infektion) und Autoimmunerkrankungen unter immunsuppressiver Therapie wird es aus theoretischen Erwägungen nicht empfohlen.
1,8-Cineol (Eukalyptol, Soledum forte)
1,8-Cineol (Eukalyptol) ist ein monoterpenoides Oxid mit mucolytischer, anti-inflammatorischer, bronchodilatatorischer und antimikrobieller Wirkung. In der Schweiz ist es als magensaftresistente Weichkapseln (Soledum forte, Bronchoforton) verfügbar.
Studienlage: Mehrere placebokontrollierte randomisierte Studien belegen die Wirksamkeit:
- Fischer und Dethlefsen (2013) zeigten bei akuter Bronchitis eine signifikante Reduktion des Bronchitis Sum Score.
- Kehrl, Sonnemann und Dethlefsen (2004) fanden bei akuter, nicht-purulenter Rhinosinusitis eine schnellere Beschwerdebesserung.
- Worth, Schacher und Dethlefsen (2009) zeigten bei COPD-Patienten eine Reduktion der mittleren Exazerbationsrate.
Eine aktuelle systematische Übersicht aus 2025 bestätigt die Evidenz für 1,8-Cineol bei akuter Rhinosinusitis.
Praktische Dosierung: Standarddosis 200 mg 3× täglich, mindestens 30 Minuten vor dem Essen, bei akuter Bronchitis 4–10 Tage. Nicht empfohlen für Kinder unter 12 Jahren (Aspirationsgefahr bei flüssigen Zubereitungen). Bei Inhalation äusserste Vorsicht bei Kindern unter 2 Jahren wegen Laryngospasmus-Risiko.
Thymian-Efeu-Kombination (Bronchipret)
Thymian (Thymus vulgaris) und Efeu (Hedera helix) werden in der Schweiz häufig als Fixkombination eingesetzt (z.B. Bronchipret). Thymian wirkt antimikrobiell, spasmolytisch und sekretomotorisch; Efeu enthält Saponine mit expektorierender und bronchodilatatorischer Wirkung.
Studienlage: Eine Phase-IV-Studie von Kemmerich (2007) zeigte für die Thymian-Efeu-Fixkombination eine signifikante Reduktion der Hustenanfälle und des Bronchitis Severity Score. Eine Schweizer Beobachtungsstudie (Kruttschnitt et al. 2020) bestätigte die Wirksamkeit eines Efeu-Monopräparats.
Die aktualisierte systematische Übersicht von Holzinger und Chenot (2021) schlussfolgert, dass Efeu-Präparate bei Husten durch akute uRTI und Bronchitis sicher sind, die Effekte jedoch minimal und von unsicherer klinischer Relevanz sein können.
Praktische Dosierung Bronchipret Saft: Erwachsene und Jugendliche: 5.4 ml 3× täglich; Kinder 6–11 Jahre: 4.0 ml 3× täglich; Kinder 2–5 Jahre: 3.2 ml 3× täglich. Tropfenformulierung enthält Alkohol, daher bei Kindern Saft bevorzugen.
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Spitzwegerich (Plantago lanceolata) wird traditionell bei Reizungen der Mund- und Rachenschleimhaut und damit verbundenem trockenen Reizhusten eingesetzt. Die HMPC-Monographie führt Spitzwegerichblätter als Traditional Use. Die Wirkung beruht auf Schleimstoffen und Iridoidglykosiden mit anti-inflammatorischer und antimikrobieller Aktivität.
In der Schweiz ist Spitzwegerich in zahlreichen Hustenmitteln verfügbar. Spitzwegerich-Bonbons und -Lutschtabletten sind eine sinnvolle Empfehlung bei trockenem Reizhusten und Halsschmerzen mit Schleimhautreizung. Bei ausgeprägtem Reizhusten ist auch Eibischwurzel (Althaea officinalis radix, HMPC Traditional Use) eine gut belegte Option.
Salbei und Halsbeschwerden
Bei akuter Pharyngitis ohne Hinweise auf eine streptokokken-bedingte Tonsillopharyngitis ist die symptomatische Selbstmedikation Mittel der Wahl. Salbei (Salvia officinalis, HMPC Well-established Use für topische Anwendung) hat adstringierende und antimikrobielle Eigenschaften. Das EchinaMed Halsschmerzspray kombiniert Salbeiextrakt mit Echinacea und ist auf der Spezialitätenliste. Eine Studie zeigte für Salbei-Echinacea-Spray eine vergleichbare Wirksamkeit zu einer Chlorhexidin-Lidocain-Kombination bei akuter Pharyngitis.
Schweizer Versorgungs- und Tarif-Realität
Die Schweizer Versorgungsrealität für Phytotherapeutika bei Atemwegsinfekten ist heterogen:
- Selbstmedikation (Abgabekategorie D, OTC): Die Mehrheit der relevanten Präparate (Pelargonium, Echinaforce, Bronchipret, Soledum forte, Drosinula, Spitzwegerich-Produkte) gehört zur Selbstmedikation. Die Beratung erfolgt nach LOA-V-Tarifpositionen.
- Spezialitätenliste (SL, OKP-kassenpflichtig): Einzelne Phytotherapeutika wie EchinaMed Tabletten und EchinaMed Halsschmerzspray sind auf der SL und bei ärztlicher Verordnung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen. Dies ist relevant für Personen mit chronischer Bronchitis, rezidivierenden Atemwegsinfekten oder kostensensiblen Konstellationen.
- Ärztliche Phytotherapie als Komplementärmedizin: Seit 2017 sind ärztliche Leistungen der Phytotherapie in der OKP-Pflicht (Art. 4b KLV), vorausgesetzt ein eidgenössischer Facharzttitel mit komplementärmedizinischer Weiterbildung.
- Zusatzversicherungen: Die meisten grossen Schweizer Krankenversicherer erstatten 50–90 Prozent der Phytotherapie-Kosten über Komplementärmedizin-Zusatzversicherungen, meist mit ärztlicher Verordnung oder Verordnung durch eine anerkannte Therapeutin oder einen anerkannten Therapeuten.
Was im HV häufig gefragt wird
1. «Ich habe seit gestern einen Husten – können Sie mir etwas Pflanzliches empfehlen?»
Bei trockenem Reizhusten sind Spitzwegerich-Präparate und Eibischwurzel sinnvoll. Bei produktivem Husten mit Bronchitis-Symptomatik im Erwachsenenalter stehen Pelargonium sidoides, Thymian-Efeu-Fixkombination und 1,8-Cineol zur Wahl. Alle haben placebokontrollierte RCT-Evidenz. Pelargonium wird bei gewünschter immunmodulatorischer Komponente bevorzugt, Cineol bei ausgeprägter Schleimproblematik, Thymian-Efeu als gut verträgliche Option. Bei Symptompersistenz über 7–10 Tage, hohem Fieber, eitrigem/blutigem Auswurf, Dyspnoe oder Risikopopulationen ist ärztliche Abklärung nötig.
2. «Mein Kind ist erkältet und hustet seit zwei Tagen – brauche ich Antibiotika?»
Bei Kindern mit akuter uRTI ohne Komplikationen sind Antibiotika in der Mehrheit der Fälle nicht indiziert. Empfehlungen: Pelargonium sidoides (Kaloba/Umckaloabo-Tropfen ab 2 Jahren in der Schweiz, HMPC-Erweiterung auf 3 Jahre seit Mai 2024), Thymian-Efeu-Saft (Bronchipret Saft) ab 2 Jahren, Echinacea purpurea (EchinaMed Junior, Echinaforce Junior) ab 4 Jahren. Eine neue Meta-Analyse (2025) zeigt für Echinacea bei Kindern eine Reduktion der Antibiotikaverschreibungen um über 80 Prozent. Warnzeichen für ärztliche Konsultation sind Atemnot, hohes Fieber >39 °C über 3 Tage, Trinkschwäche, deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands oder Symptompersistenz über 10 Tage.
3. «Ich nehme schon Pelargonium, jetzt habe ich auch Halsschmerzen. Kann ich beides nehmen?»
Die Kombination von systemisch wirkenden Pelargonium sidoides Tropfen und lokal wirkenden Salbei- oder Echinacea-Salbeisprays ist unproblematisch und klinisch sinnvoll. EchinaMed Halsschmerzspray oder Salbei-Lutschtabletten sind hier die naheliegende Empfehlung. Bei Centor-Score ≥3 (Fieber >38 °C, Tonsillenexsudat, schmerzhaft geschwollene Halslymphknoten, kein Husten) ist eine Verweisung zum Hausarzt zur GAS-Pharyngitis-Abklärung ratsam.
4. «Reicht es, wenn ich Echinacea nehme, um die Erkältung zu vermeiden?»
Die Evidenz für Echinacea in der Prophylaxe ist heterogen. Der Cochrane-Review 2014 fand keine statistisch signifikanten Unterschiede, während eine Studie von Jawad et al. (2012) einen präventiven Effekt mit Reduktion der Episodenzahl und Symptomdauer zeigte. Es sollte kommuniziert werden, dass Echinacea die Häufigkeit und Schwere von Erkältungen möglicherweise leicht reduzieren kann, aber kein verlässlicher Vermeidungsmechanismus ist. Allgemeine Massnahmen wie Händehygiene, Schlaf, Bewegung, ausgewogene Ernährung und Impfungen sind robuster belegt.
Sicherheit, Kontraindikationen, Interaktionen
Pelargonium sidoides: Sehr gut verträglich. Gelegentliche unerwünschte Wirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, allergische Hautreaktionen. Frühere Sicherheitssignale zu hepatotoxischen Ereignissen wurden relativiert; die HMPC-Revision 2 erweitert die Zielpopulation explizit auf Kinder ab 3 Jahren. Keine bekannten klinisch relevanten Interaktionen.
Echinacea purpurea: Kontraindikationen sind Korbblütler-Allergie, progressive Systemerkrankungen und Autoimmunerkrankungen unter immunsuppressiver Therapie. Die Vorsichtsempfehlung ist mechanistisch begründet. Bei Schwangerschaft kann Echinacea purpurea kurzfristig (≤7 Tage) angewendet werden; Studien zeigten keine signifikanten Unterschiede bei Schwangerschaftsausgängen. Allergische Reaktionen sind vereinzelt möglich.
1,8-Cineol: Magenbeschwerden, selten Magen-Darm-Unverträglichkeit, allergische Reaktionen. Vorsicht bei Kindern unter 2 Jahren (Laryngospasmusrisiko bei direkter Aufnahme) und bei Asthma bronchiale (theoretisch Bronchospasmus möglich, klinisch jedoch nicht dokumentiert).
Interaktionspotenzial: Pelargonium-Cumarine wurden gelegentlich mit einer theoretischen Verstärkung der Wirkung oraler Antikoagulanzien diskutiert; relevante klinische Evidenz dafür liegt nicht vor. Bei Personen unter Vitamin-K-Antagonisten oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) und gleichzeitiger hochfrequenter Phytotherapie-Anwendung ist eine bewusste Dokumentation im Patientendossier sinnvoll, klinisch zwingende Restriktionen ergeben sich aus der heutigen Datenlage nicht.
Praxistool: Entscheidungstabelle Phytotherapie bei Atemwegsinfekten
| Beschwerdebild | Empfehlung 1. Wahl | Evidenzstufe | Caveat |
|---|---|---|---|
| Akute Bronchitis Erwachsene, produktiver Husten | Pelargonium sidoides oder 1,8-Cineol oder Thymian-Efeu-Kombination | HMPC Traditional bzw. Well-established, mehrere RCTs | Verweisung Arzt bei Persistenz >10 Tagen, Fieber, Dyspnoe |
| Akute Bronchitis Kinder (produktiv) | Pelargonium sidoides Tropfen (in CH ab 2 J.; HMPC-Erweiterung auf 3-5 J. seit 5/2024) | HMPC Traditional, RCTs für 6–18-Jährige | Pflegerische Warnzeichen abklären; Antibiotika nur bei klarer Indikation |
| Trockener Reizhusten | Spitzwegerich-Sirup oder -Bonbons; Eibischwurzel | HMPC Traditional, Schleimstoffwirkung | Bei langer Persistenz (>3 Wochen) Husten-Abklärung |
| Akute, nicht-purulente Rhinosinusitis | 1,8-Cineol 200 mg 3×/Tag; ggf. Pelargonium | RCT-Evidenz (Kehrl 2004 Laryngoscope) | Bei Sinusitis-Komplikationen (Stirnschmerz, einseitige Symptomatik, Antibiotika-Indikation prüfen) Hausarzt |
| Erkältungsprophylaxe | Echinacea purpurea (Echinaforce) | Cochrane 2014 heterogen, präventive Studien einzeln positiv | Korbblütler-Allergie und Autoimmunerkrankungen ausschliessen |
| Pharyngitis ohne GAS-Hinweise | Salbei-Echinacea-Spray oder -Lutschtabletten | Vergleichbar zu Chlorhexidin-Lidocain (Schapowal 2009, n=154) | Centor-Score ≥3 → Hausarzt-Abklärung |
| Erkältungssymptome Kinder 2–6 J. | Thymian-Efeu-Saft (Bronchipret Saft) ab 2 J.; Pelargonium ab 3 J. | RCTs, HMPC | Bei Atemnot, hohem Fieber sofort ärztlich |
| Wiederkehrende Infekte (≥4/Jahr) | Hausarzt-Konsultation; ggf. EchinaMed Tabletten (SL) | Echinacea-Präventionsstudien einzeln positiv | Immunologische Abklärung erwägen |
| Erwachsene unter Antikoagulation | Pelargonium oder Echinacea grundsätzlich möglich | Keine harten klinischen Daten zu Interaktionen | Im Patientendossier dokumentieren, Hausarzt informieren |
Ausblick 2026/2027
Die kommenden Jahre werden von drei Entwicklungen geprägt:
Erstens: Die Schweizer Antibiotic-Stewardship-Strategie StAR und der One Health-Aktionsplan 2024–2027 werden die Beratungsrolle der Apotheke weiter aufwerten. Das ASAP-Projekt bezieht zunehmend auch die Apothekerschaft ein. Das wahrscheinliche Inkrafttreten der Einzelabgabe von Antibiotika wird die Rolle der Apotheke als kritische Schaltstelle stärken, da Patientinnen und Patienten zwingend gesehen und beraten werden müssen, wobei phytotherapeutische Alternativen angeboten werden können.
Zweitens: Die KVG-Revision vom 21. März 2025 (Kostendämpfungspaket 2) schafft ab voraussichtlich 1. Januar 2027 die Grundlage dafür, dass bestimmte Apothekenleistungen unabhängig von der Arzneimittelabgabe über die OKP abgerechnet werden können. Dazu gehören Medikationsanalyse, Medikationsabgleich, Therapieoptimierung und Adhärenzförderung (myCare Start). Die strukturierte Beratung zu rezidivierenden Atemwegsinfekten könnte in diese OKP-fähigen Leistungen integriert werden.
Drittens: Die HMPC-Monographien werden laufend überarbeitet. Die Pelargonium-Revision 2 mit der Erweiterung auf Kinder ab 3 Jahren ist ein Beispiel. Apothekerinnen und Apotheker sollten die HMPC-Monographien (ema.europa.eu) und ESCOP-Monographien als Referenzwerke nutzen. Die Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie SMGP bietet zudem hochwertige Fortbildungen an.
Fall-Vignette
Herr K., 47 Jahre, kommt am Donnerstagmorgen mit Husten seit fünf Tagen, gelblichem Auswurf, leichten Kopfschmerzen, kein Fieber. Er fragt: «Ich denke, ich brauche Antibiotika – können Sie mir nicht etwas geben? Ich kann nicht zum Hausarzt, ich habe morgen eine Geschäftsreise.»
Die Apothekerin erhebt die zentralen Punkte. Husten produktiv mit gelblichem Sekret seit fünf Tagen; kein Fieber, keine Atemnot, keine Brustschmerzen; keine Vorerkrankungen, kein Asthma, kein Rauchen; keine Risikomedikation; keine Allergien. Bei der Auskultation – soweit über das Stethoskop in einem ruhigen Hinterraum möglich – ein leicht giemendes Geräusch ohne Krepitation.
Sie erklärt: Antibiotika sind in dieser Konstellation nicht indiziert. Die Gelbfärbung des Sekrets ist nicht ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion, sondern auf neutrophile Granulozyten – die kommen auch bei viralen Infektionen vor. Die SSI-Richtlinien und die BIHAM-Entscheidungshilfen zeigen klar: Bei akuter unkomplizierter Bronchitis ohne Risikofaktoren ist symptomatische Behandlung Standard. [13,14] Sie verweist Herrn K. auf die Möglichkeit einer telemedizinischen Hausarztkonsultation am gleichen Nachmittag (über Medi24 oder ähnlich) für den Fall, dass er eine ärztliche Bestätigung wünscht.
Für die symptomatische Therapie empfiehlt sie: Pelargonium sidoides (Kaloba Tropfen, 30 Tropfen 3× täglich über 7 Tage) oder alternativ 1,8-Cineol-Kapseln (Soledum forte, 200 mg 3× täglich vor dem Essen). Sie erklärt die Wahlmöglichkeit: Pelargonium hat eine etwas breitere immunmodulatorische Wirkung, Cineol mehr expectorationsfördernde Eigenschaften.
Herr K. entscheidet sich für Kaloba. Die Apothekerin gibt ihm einen ergänzenden Hinweis: ausreichend trinken, Nasenspülungen mit Meersalz, bei Bedarf Paracetamol oder Ibuprofen für die Kopfschmerzen, kein Antitussivum am Tag (sollte abhusten), gegebenenfalls Codein-haltiges Antitussivum nachts (Abgabekategorie B+ – Konsultation und Dokumentation). Sie dokumentiert die Beratung im Patientendossier (LOA V Pos. 3004.00, Sicherheits-Check Patient).
Sie sagt Herrn K. zum Schluss: Wenn nach sieben Tagen die Symptome nicht abklingen, wenn Fieber, Dyspnoe oder ausgeprägte Allgemeinsymptome dazukommen, oder wenn er sich auf der Geschäftsreise unsicher fühlt – jederzeit ärztliche Konsultation, telemedizinisch oder persönlich. Sie schreibt ihm die Notfallnummer der hausärztlichen Permanence in der Nähe seines Reiseziels auf den Kassenzettel.
Drei Take-Aways aus dem Fall
- Die Apotheke ist häufig die erste – und manchmal einzige – Beratungsinstanz bei akuten viralen Atemwegsinfekten. Hier wird die Entscheidung gefällt, ob eine Person mit eigenständig erworbener Phytotherapie nach Hause geht oder zum Hausarzt verwiesen wird.
- Antibiotic Stewardship beginnt nicht beim Hausarzt. Es beginnt in der Apotheke, bei der ruhigen, evidenzbasierten Beratung zu einem Symptom, das die Patientinnen und Patienten ohne pharmazeutische Begleitung sehr wahrscheinlich mit einem Antibiotikum-Wunsch konfrontiert hätten.
- Phytotherapie ersetzt nicht die Indikationsprüfung. Sie ist Teil davon.
Kompakt
- Akute Atemwegsinfekte sind zu >90% viral – Antibiotika sind in der Mehrheit nicht indiziert. Phytotherapie ist evidenzgestützte Standardoption, nicht “weichere Alternative”.
- Pelargonium sidoides (Kaloba/Umckaloabo) ist nach HMPC-Revision 2 (29.5.2024) ab 3 Jahren zugelassen und hat solide RCT-Evidenz für die akute Bronchitis (BSS-Reduktion 2.80 Punkte vs. Placebo).
- Echinacea purpurea (Echinaforce, EchinaMed) hat HMPC Well-established Use; neue Meta-Analyse 2025 zeigt bei Kindern eine Reduktion der Antibiotikaverschreibungen um über 80 Prozent (RR 0.18).
- 1,8-Cineol (Soledum forte) hat RCT-Evidenz für akute Bronchitis, nicht-purulente Rhinosinusitis und COPD-Exazerbation; Dosis 200 mg 3× täglich.
- Beratung im Antibiotic-Stewardship-Kontext: Symptompersistenz >10 Tage, hohes Fieber, Dyspnoe, Risikopopulationen → ärztliche Konsultation. Alles andere: symptomatische Phytotherapie und Verlaufsbeobachtung.
- Schweizer Tarif-Realität: Die meisten Phytotherapeutika sind Selbstmedikation (Abgabekategorie D); EchinaMed Tabletten und Halsschmerzspray sind auf der SL und OKP-kassenpflichtig. Zusatzversicherungen erstatten 50–90% der Phytotherapie-Kosten.
Referenzen
- Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR), One Health-Aktionsplan 2024–2027. Verabschiedet vom Bundesrat am 26. Juni 2024. Verfügbar unter: star.admin.ch.
- ANRESIS – Schweizerisches Zentrum für Antibiotikaresistenzen. Swiss Antibiotic Resistance Report (SARR) 2024 – Usage of Antibiotics and Occurrence of Antibiotic Resistance in Switzerland. Bern: BAG/BLV; 18. November 2024. (Ambulanter Verbrauch 9.4 DID 2023; 87% in ambulanten Praxen; 30% Antibiotikaverschreibungen für obere Atemwege, 28% für Harnwege bei Hausärzt:innen.)
- drugshortage.ch (Initiator: Enea Martinelli, Chefapotheker FMI). Aktuelle Lieferengpässe in der Schweiz – Stand Ende 2025: knapp 600 nicht lieferbare Präparate.
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Pelargonium sidoides DC; Pelargonium reniforme Curt., radix. Revision 2, final. EMA/HMPC/648100/2022; 29. Mai 2024. (Traditional Use; neu Erweiterung der Zielpopulation auf Kinder ab 3 Jahren.)
- Timmer A, Günther J, Motschall E, Rücker G, Antes G, Kern WV. Pelargonium sidoides extract for treating acute respiratory tract infections. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(10):CD006323. DOI: 10.1002/14651858.CD006323.pub3.
- Agbabiaka TB, Guo R, Ernst E. Pelargonium sidoides for acute bronchitis: a systematic review and meta-analysis. Phytomedicine. 2008;15(5):378–385. (BSS-Reduktion vs. Placebo: WMD 2.80 Punkte; 95% KI 2.44–3.15.) Ergänzend: Matthys H, Lehmacher W, Zimmermann A, et al. EPs 7630 in acute respiratory tract infections – a systematic review and meta-analysis. J Lung Pulm Respir Res. 2016;3(1):4–15.
- Echinacea purpurea pediatric URTI Meta-Analyse: “Efficacy and safety of Echinacea purpurea in treating upper respiratory infections and complications of otitis media in children: Systematic review and meta-analysis.” Complement Ther Med. 2025. PMID: 40311928. (n=3'169; URTI-Inzidenz RR 0.81 [95% KI 0.75–0.87]; Antibiotikaverbrauch RR 0.18 [95% KI 0.13–0.25].)
- Karsch-Völk M, Barrett B, Kiefer D, Bauer R, Ardjomand-Woelkart K, Linde K. Echinacea for preventing and treating the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2014;(2):CD000530. DOI: 10.1002/14651858.CD000530.pub3. (24 doppelblinde RCTs, n=4'631; Heterogenität gross, schwache Hinweise auf Effekt bei E. purpurea aerial parts.)
- Fischer J, Dethlefsen U. Efficacy of cineole in patients suffering from acute bronchitis: a placebo-controlled double-blind trial. Cough. 2013;9(1):25. DOI: 10.1186/1745-9974-9-25.
- Kehrl W, Sonnemann U, Dethlefsen U. Therapy for acute nonpurulent rhinosinusitis with cineole: results of a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Laryngoscope. 2004;114(4):738–742.
- Worth H, Schacher C, Dethlefsen U. Concomitant therapy with cineole (eucalyptole) reduces exacerbations in COPD: a placebo-controlled double-blind trial. Respir Res. 2009;10:69.
- Schweizerisches Heilmittelinstitut Swissmedic. Liste der zugelassenen Arzneimittel mit Abgabekategorien. Bern: Swissmedic; laufend aktualisiert. Ergänzend: Bundesamt für Gesundheit (BAG). Spezialitätenliste (SL): EchinaMed Tabletten und EchinaMed Halsschmerzspray (A. Vogel) sind kassenzulässig.
- Schweizerische Gesellschaft für Infektiologie (SSI). Antibiotika-Richtlinien. Verfügbar unter: ssi.guidelines.ch. Ergänzend: Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM). Entscheidungshilfen zur partizipativen Antibiotika-Entscheidungsfindung in der hausärztlichen Praxis.
- Kollegium für Hausarztmedizin (KHM). ASAP – Antimicrobial Stewardship in Ambulatory care Platform. Lanciert 2023, finanziell unterstützt durch das BAG im Rahmen der StAR-Strategie.
- Schweizerischer Bundesrat. Einzelabgabe von Antibiotika. Bericht in Erfüllung der Motion 17.3942 Tornare; Vernehmlassungsentwurf bis Ende 2026 angekündigt; verbindliche Einzelabgabe für Apotheken, freiwillig für Arztpraxen. Bern: admin.ch; 2025.
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten. Berlin: DEGAM; aktuelle Version mit Phytotherapie-Empfehlung als evidenzbasierte symptomatische Therapie bei akuter Bronchitis.
- Cinatl J Jr, Wass MN, Michaelis M. Multiple mechanisms enable broad-spectrum activity of the Pelargonium sidoides root extract EPs 7630 against acute respiratory tract infections. Front Pharmacol. 2024;15:1455870. DOI: 10.3389/fphar.2024.1455870.
- Schoop R, Klein P, Suter A, Johnston SL. Echinacea in the prevention of induced rhinovirus colds: a meta-analysis. Clin Ther. 2006;28(2):174–183. (Eine der frühen Meta-Analysen, die statistisch signifikante präventive Effekte zeigt – mit der Limitierung des experimentellen Designs.)
- European Medicines Agency, HMPC. European Union herbal monograph on Echinacea purpurea (L.) Moench, radix. EMA/HMPC/424583/2016; 30. Mai 2017. (Well-established Use: Prävention und Therapie von Erkältungskrankheiten.)
- European Medicines Agency, HMPC. European Union herbal monograph on Echinacea purpurea (L.) Moench, herba recens. EMA/HMPC/48704/2014 Corr.; 24. November 2015. (Traditional Use.)
- Schürmann M, Oppel F, Shao S, Volland-Thurn V, Kaltschmidt C, Kaltschmidt B, Scholtz LU, Sudhoff H. Rhinosinusitis Treatment with Cineole: Patient-Reported Quality of Life Improvements from a Non-Interventional, Pharmacy-Based Survey. PMC10301941. (Real-World-Daten zur Cineol-Therapie bei Rhinosinusitis.) Ergänzend: Matl et al. Effects of Essential Oils in the Treatment of Acute Rhinosinusitis: A Systematic Review. Laryngoscope Investig Otolaryngol. 2025;10:e70189.
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- Kruttschnitt E, Wegener T, Zahner C, Henatsch D. Assessment of the Efficacy and Safety of Ivy Leaf (Hedera helix) Cough Syrup Compared with Acetylcysteine in Adults and Children with Acute Bronchitis. Evid Based Complement Alternat Med. 2020;2020:1910656. (Schweizer Multizenterstudie, 25 Ärzt:innen, n=139.)
- Holzinger F, Chenot JF. Ivy leaf (Hedera helix) for acute upper respiratory tract infections: an updated systematic review. Eur J Clin Pharmacol. 2021;77(10):1455–1466. DOI: 10.1007/s00228-021-03090-4.
- European Medicines Agency, HMPC. Community herbal monograph on Plantago lanceolata L., folium. EMA/HMPC/437858/2010 Corr.; 28. Januar 2014. (Traditional Use: Mund-/Rachenreizung, trockener Reizhusten.)
- European Medicines Agency, HMPC. European Union herbal monograph on Salvia officinalis L., folium. (Well-established Use, topisch.)
- Schapowal A, Berger D, Klein P, Suter A. Echinacea/sage or chlorhexidine/lidocaine for treating acute sore throats: a randomized double-blind trial. Eur J Med Res. 2009;14(9):406–412. (Multizentrische Schweizer Studie, n=154; vergleichbare Wirksamkeit von Salbei-Echinacea-Spray und Chlorhexidin-Lidocain bei akuter Pharyngitis.)
- Jawad M, Schoop R, Suter A, Klein P, Eccles R. Safety and Efficacy Profile of Echinacea purpurea to Prevent Common Cold Episodes: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Evid Based Complement Alternat Med. 2012;2012:841315. (n=755; präventiver Effekt mit Reduktion der Episodenzahl und Symptomdauer.)
- Eidgenössisches Departement des Innern (EDI). Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV), Art. 4b – Ärztliche Komplementärmedizin. Die Phytotherapie ist seit 2017 dauerhaft in der OKP-Pflicht. Bern: BAG; admin.ch.
- Teschke R, Frenzel C, Wolff A, Eickhoff A, Schulze J. Drug induced liver injury: accuracy of diagnosis in published reports. Ann Hepatol. 2014;13(2):248–255. (Differenzierte Auseinandersetzung mit den vereinzelt diskutierten hepatotoxischen Signalen von Pelargonium-Präparaten; methodische Kausalitätsprobleme in den Einzelfallberichten.)
- Schweizerisches Parlament. Revision des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG), Artikel 25 und 26 – zweites Massnahmenpaket zur Kostendämpfung. Verabschiedung in der Schlussabstimmung am 21. März 2025; voraussichtliches Inkrafttreten 1. Januar 2027. Konkrete neue OKP-Leistungen für Apotheken: Impfen, Medikationsanalyse, Medikationsabgleich, Therapieoptimierung, Adhärenzförderung (myCare Start). pharmaSuisse Medienmitteilung 21.3.2025.
- Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie SMGP. Pflanzliche Arzneimittel – Fachgesellschaft und Weiterbildung. Verfügbar unter: smgp-sspm.ch.